Das Wichtigste in Kürze Ob Sie ein Präparat dauerhaft einnehmen können, hängt vom Stoff und von der Menge ab. Eine feste Regel, nach der man immer Pausen machen muss, gibt es nicht. Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es Höchstmengen, die ausdrücklich für die tägliche Zufuhr über lange Zeit gelten. Für Glutathion und Coenzym Q10 gibt es Studien und Sicherheitsdaten zur Einnahme über mehrere Monate. Unser Urteil: „Man muss immer Pausen machen“ stimmt so nicht. Wichtig sind die passende Menge und, wo sinnvoll, ärztlich geprüfte Blutwerte. Was hinter der Pausen-Regel steckt „Nach drei Monaten eine Pause machen“ oder „sonst gewöhnt sich der Körper daran“: Solche Ratschläge hört man oft. Für Vitamine und Mineralstoffe passt diese Vorstellung nicht gut, denn der Körper braucht sie jeden Tag. Entscheidend ist, wie viel Sie insgesamt aufnehmen: Wer hoch dosierte Präparate einnimmt und zusätzlich angereicherte Lebensmittel isst, kann auf hohe Mengen kommen.1 Bei Pflanzenstoffen und anderen Stoffen, die keine Vitamine oder Mineralstoffe sind, liegt der Fall anders. Für sie gibt es keine behördlichen Höchstmengen. Anhaltspunkte liefern Studien, die eine Einnahme über längere Zeit begleitet haben. Deshalb lohnt es sich, beide Gruppen getrennt anzuschauen. Was Höchstmengen über die Dauer sagen Für Vitamine und Mineralstoffe leitet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tolerierbare Höchstmengen ab.2 Gemeint ist die Menge, die bei täglicher Zufuhr über lange Zeit aus allen Quellen nach heutigem Wissen keine negativen gesundheitlichen Folgen hat.1 Diese Werte sind also ausdrücklich für die Dauer gedacht. Für die Frage nach Pausen heißt das: Wer dauerhaft unter diesen Grenzen bleibt, braucht aus Sicht der Höchstmengen keine Pause. Wer mehrere Präparate mit demselben Nährstoff nimmt, sollte die Mengen zusammenrechnen. Was über die Grenzen bei einzelnen Vitaminen bekannt ist, lesen Sie in Kann man Vitamine überdosieren? Vitamin D3 und K2 dauerhaft einnehmen? Vitamin D ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert. Halten Sie sich deshalb an die empfohlene Verzehrmenge und rechnen Sie Vitamin D aus mehreren Präparaten und angereicherten Lebensmitteln zusammen. Wie gut Sie versorgt sind, zeigt der Vitamin-D-Wert im Blut. Wenn Sie Vitamin D über viele Monate einnehmen, lassen Sie diesen Wert ärztlich prüfen. Vitamin K2 wird oft zusammen mit D3 angeboten, bei Melinava zum Beispiel im Liposomalen Vitamin D3+K2. Weil Vitamin K mit manchen Medikamenten zusammenwirken kann, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten, wenn Sie Medikamente einnehmen. Warum die beiden so oft kombiniert werden, erklärt unser Artikel Warum Vitamin D3 mit K2? Glutathion und Coenzym Q10: Was Studien über Monate zeigen In einer Studie mit 54 Erwachsenen nahmen die Teilnehmer sechs Monate lang täglich 250 oder 1000 mg Glutathion oder ein Placebo ein. Die Glutathionwerte im Blut lagen nach einem, drei und sechs Monaten in beiden Dosisgruppen höher als zu Beginn. Nach einem Monat Pause waren sie wieder auf dem Ausgangswert.3 Die höheren Werte hielten sich also nur, solange die Teilnehmer Glutathion einnahmen. Eine Übersichtsarbeit zur Sicherheit von Coenzym Q10 leitet aus klinischen Studien eine beobachtete sichere Menge von 1200 mg pro Tag ab. Eingenommenes Q10 veränderte die körpereigene Bildung nicht und reicherte sich nach dem Absetzen weder im Blut noch im Gewebe an.4 Die Autoren arbeiteten allerdings für ein Industrieunternehmen.4 Mehr über den Stoff lesen Sie in Coenzym Q10 einfach erklärt. 6 Monatedauerte eine Studie mit 54 Erwachsenen, die täglich Glutathion einnahmen.3 1200 mgCoenzym Q10 pro Tag nennt eine Übersichtsarbeit als beobachtete sichere Menge aus klinischen Studien.4 Wann Kontrollen oder Pausen sinnvoll sind In einigen Fällen lohnt ein ärztliches Gespräch, bevor Sie ein Präparat über lange Zeit einnehmen: Sie nehmen mehrere Präparate mit demselben Nährstoff ein. Sie nehmen Medikamente ein, sind schwanger oder stillen. Sie nehmen Vitamin D oder Eisen über viele Monate ein. Dann gibt der Blutwert Auskunft, ob die Menge passt. Es geht um Pflanzenstoffe wie Ashwagandha, für die es keine tolerierbaren Höchstmengen wie für Vitamine gibt. Ganz gleich, ob Sie dauerhaft einnehmen oder pausieren: Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Gut zu wissen Eine Pause ersetzt keine passende Dosierung. Wer dauerhaft zu viel einnimmt, löst das Problem nicht mit ein paar freien Wochen, und wer innerhalb der Grenzen bleibt, braucht aus Sicht der Höchstmengen keine. Unser Urteil: stimmt so nicht Die Regel „Man muss immer Pausen machen“ stimmt so nicht. Für Vitamine und Mineralstoffe zählt die tägliche Menge über lange Zeit, nicht der Kalender. Bei anderen Stoffen helfen die Dauer der Studien und ärztlicher Rat bei der Entscheidung. Unsere Präparate werden in europäischer Pharmaqualität hergestellt. Häufige Fragen Kann ich Vitamin D3 und K2 dauerhaft einnehmen?Ja, wenn die Gesamtmenge passt: Halten Sie sich an die empfohlene Verzehrmenge und rechnen Sie Vitamin D aus allen Präparaten zusammen. Lassen Sie Ihren Vitamin-D-Wert bei längerer Einnahme ärztlich prüfen. Tipps zur Einnahme finden Sie in Vitamin D3 und K2: Wann und wie Sie es einnehmen. Kann man Glutathion dauerhaft einnehmen?In einer sechsmonatigen Studie mit 54 Erwachsenen lagen die Werte im Blut bei täglicher Einnahme höher als zu Beginn und sanken nach dem Absetzen wieder.3 Eine behördliche Höchstmenge gibt es für Glutathion nicht. Bei Melinava gibt es Liposomales Glutathion. Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Kann man Coenzym Q10 dauerhaft einnehmen?Eine Übersichtsarbeit nennt aus klinischen Studien 1200 mg pro Tag als beobachtete sichere Menge, ihre Autoren kommen aus der Industrie.4 Nach dem Absetzen reicherte sich Q10 nicht im Körper an.4 Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Kann man Ashwagandha dauerhaft einnehmen?Für Pflanzenstoffe wie Ashwagandha gibt es keine tolerierbaren Höchstmengen wie für Vitamine. Wenn Sie Ashwagandha über viele Monate einnehmen möchten, sprechen Sie das ärztlich ab, besonders wenn Sie Medikamente einnehmen. Was hinter der Wurzel steckt, lesen Sie in Ashwagandha und KSM-66. Quellen Bundesinstitut für Risikobewertung (2024). Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Stellungnahme 006/2024. Link EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), Turck D, Bohn T, et al. (2022). Guidance for establishing and applying tolerable upper intake levels for vitamins and essential minerals. EFSA Journal 20(1):e200102. DOI Richie JP Jr, Nichenametla S, Neidig W, et al. (2015). Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. European Journal of Nutrition 54(2):251-263. DOI Hidaka T, Fujii K, Funahashi I, Fukutomi N, Hosoe K (2008). Safety assessment of coenzyme Q10 (CoQ10). BioFactors 32(1-4):199-208. DOI