Das Wichtigste in Kürze Kollagen einnehmen: Bringt das was? Studien mit bestimmten Kollagenpeptiden haben nach acht Wochen Unterschiede an der Haut gemessen, etwa bei der Elastizität. Kollagen wird verdaut, aber nicht spurlos: Kleine Kollagenbausteine lassen sich nach der Einnahme im Blut nachweisen. Für Kollagen gibt es in der EU keine zugelassene Gesundheitsaussage. Zugelassen ist: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Unser Urteil: teilweise belegt. Die Messwerte gelten für die untersuchten Peptide und Mengen und lassen sich nicht auf jedes Präparat übertragen. Zwei Meinungen über Kollagen Kollagen ist ein Eiweiß, das unter anderem in der Haut vorkommt. Zum Einnehmen wird es meist als Kollagenhydrolysat angeboten, also in kleine Stücke zerlegt, sogenannte Peptide. Über diese Pulver und Kapseln gibt es zwei verbreitete Meinungen. Die eine lautet: Kollagen wird im Magen komplett verdaut und kommt nie dort an, wo es gebraucht wird. Die andere: Kollagen macht die Haut nachweislich straffer. Beide Sätze halten einem genauen Blick nicht stand. Kommt Kollagen überhaupt an? In einer Studie nahmen gesunde Freiwillige nüchtern 9,4 bis 23 g Gelatinehydrolysat ein, also aufgespaltenes Kollagen aus Schweinehaut, Hühnerfüßen und Knorpel. Danach stieg im Blut die Menge kleiner Kollagenbausteine deutlich an, mit einem Höchstwert nach ein bis zwei Stunden.1 Den Hauptanteil machte ein Baustein aus zwei Aminosäuren aus, Prolyl-Hydroxyprolin.1 Der Körper zerlegt Kollagen also nicht vollständig in einzelne Aminosäuren, der erste Mythos stimmt so nicht. Was diese Bausteine in der Haut tun, lässt sich aus dieser Messung allein aber nicht ablesen. Was Studien an der Haut gemessen haben In einer Doppelblindstudie erhielten 69 Frauen zwischen 35 und 55 Jahren acht Wochen lang täglich 2,5 oder 5 g Kollagenpeptide oder ein Placebo. Am Ende lag die Elastizität der Haut in beiden Kollagengruppen höher als in der Placebogruppe.2 In einer zweiten Studie nahmen 114 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren acht Wochen lang täglich 2,5 g Kollagenpeptide oder ein Placebo ein. Das Volumen der Augenfältchen lag danach um 20 % unter dem der Placebogruppe.3 In einer Untergruppe fanden die Forscher in der Haut 65 % mehr Prokollagen und 18 % mehr Elastin als unter Placebo.3 Beide Studien untersuchten bestimmte Kollagenpeptide, die zweite ein als Marke geschütztes Produkt.2,3 Die Ergebnisse gelten für diese Peptide und Mengen und lassen sich nicht einfach auf andere Präparate übertragen. Auch unser Marines Kollagen war nicht Teil dieser Studien. Mehr dazu lesen Sie in Kollagen-Studien erklärt: Haut, Falten und die Kieler Studie. Was Übersichtsarbeiten zeigen Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 wertete 19 Studien mit 1125 Teilnehmern zwischen 20 und 70 Jahren aus, fast alle davon Frauen. Zusammengenommen lagen die Messwerte mit Kollagenhydrolysat bei Feuchtigkeit, Elastizität und Fältchen günstiger als mit Placebo.4 Eine weitere Auswertung mit 26 Studien kam für Feuchtigkeit und Elastizität zu einem ähnlichen Ergebnis.5 Wie stark sich die Feuchtigkeit veränderte, hing dort auch davon ab, woher das Kollagen stammte und wie lange es eingenommen wurde. Die Autoren fanden zudem methodische Schwächen in den Studien und halten größere Untersuchungen für nötig.5 19 Studienmit 1125 Teilnehmern wertete eine Übersichtsarbeit zu Kollagenhydrolysat aus.4 8 Wochendauerten die beiden Studien mit täglich 2,5 oder 5 g Kollagenpeptiden.2,3 Was die EU erlaubt Für Kollagen ist in der EU keine Gesundheitsaussage zugelassen. Deshalb beschreiben wir hier nur, was Studien gemessen haben. Zugelassen ist eine Aussage zu Vitamin C: „Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.“6 Wie Vitamin C für die Haut eingesetzt wird, ob als Serum oder zum Einnehmen, lesen Sie in Vitamin C für die Haut: Serum oder Kapsel? Zum Einnehmen gibt es bei Melinava Liposomales Vitamin C in Kapseln. Unser Urteil: teilweise belegt Dass Kollagen einfach verdaut wird und nie ankommt, stimmt so nicht.1 Dass jedes Kollagenpräparat die Haut nachweislich strafft, lässt sich aber auch nicht sagen. Studien mit bestimmten Peptiden haben zwar Unterschiede gemessen, doch wie aussagekräftig diese sind, hängt von Peptid, Menge und Studienqualität ab.4,5 Unsere Präparate werden in europäischer Pharmaqualität hergestellt. Häufige Fragen Ist es sinnvoll, Kollagen einzunehmen?Das hängt davon ab, was Sie erwarten. Studien mit bestimmten Kollagenpeptiden haben Unterschiede bei Feuchtigkeit und Elastizität der Haut gemessen.4 Eine zugelassene Gesundheitsaussage gibt es für Kollagen nicht.6 Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Wie lange haben die Studien gedauert?Die beiden Studien mit 69 und 114 Frauen liefen acht Wochen.2,3 Die Übersichtsarbeit von 2021 bezog ihre Schlussfolgerung auf eine Einnahme über 90 Tage.4 Kollagen einnehmen: ja oder nein?Eine Antwort für alle gibt es nicht. Wenn Sie Kollagen ausprobieren möchten, achten Sie auf die Menge pro Portion: Die beiden Hautstudien nutzten täglich 2,5 oder 5 g über acht Wochen.2,3 Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Quellen Iwai K, Hasegawa T, Taguchi Y, et al. (2005). Identification of food-derived collagen peptides in human blood after oral ingestion of gelatin hydrolysates. Journal of Agricultural and Food Chemistry 53(16):6531-6536. DOI Proksch E, Segger D, Degwert J, Schunck M, Zague V, Oesser S (2014). Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology: a double-blind, placebo-controlled study. Skin Pharmacology and Physiology 27(1):47-55. DOI Proksch E, Schunck M, Zague V, Segger D, Degwert J, Oesser S (2014). Oral intake of specific bioactive collagen peptides reduces skin wrinkles and increases dermal matrix synthesis. Skin Pharmacology and Physiology 27(3):113-119. DOI de Miranda RB, Weimer P, Rossi RC (2021). Effects of hydrolyzed collagen supplementation on skin aging: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Dermatology 60(12):1449-1461. DOI Pu SY, Huang YL, Pu CM, et al. (2023). Effects of Oral Collagen for Skin Anti-Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients 15(9):2080. DOI Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Link