Das Wichtigste in Kürze Kurkuma zusammen mit Pfeffer hat einen Grund: Piperin aus schwarzem Pfeffer bremst den Abbau von Curcumin. In einer Studie gelangte dadurch deutlich mehr Curcumin ins Blut. Kurkuma ist eine Pflanze und das Gewürz aus ihrem Wurzelstock. Curcumin ist ihr wichtigster Pflanzenstoff. Curcumin allein gelangt schlecht ins Blut, weil es sich kaum in Wasser löst und schnell abgebaut wird. Neben Piperin gibt es andere Wege, etwa liposomale Formen. Eine zugelassene Gesundheitsaussage gibt es für Kurkuma in der EU nicht. Kurkuma und Curcumin: Was ist was? Kurkuma (Curcuma longa) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Kurkuma heißt auch das Gewürz, das aus ihrem Wurzelstock gewonnen wird. Curcumin ist der wichtigste natürliche Pflanzenstoff darin, ein sogenanntes Polyphenol.1 Genau genommen enthält Kurkuma mehrere verwandte Stoffe, die Curcuminoide: Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin.2 Extrakte enthalten diese Curcuminoide in konzentrierter Form. In Studien kamen zum Beispiel Extrakte mit 95 Prozent Curcuminoiden zum Einsatz.1 Piperin ist dagegen kein Inhaltsstoff von Kurkuma. Es ist der wichtigste aktive Bestandteil von schwarzem Pfeffer.1 Warum gelangt Curcumin so schlecht ins Blut? Curcumin hat eine geringe Bioverfügbarkeit. Eine Übersichtsarbeit nennt drei Gründe: Der Darm nimmt es schlecht auf, der Körper baut es schnell um, und er scheidet es schnell wieder aus.3 Hinzu kommt, dass sich Curcumin kaum in Wasser löst.2 Wie deutlich das ist, zeigt eine Studie von 1998: Nach 2 Gramm Curcumin allein waren die Werte im Blut der Freiwilligen nicht messbar oder sehr niedrig.4 Den schnellen Umbau führen die Autoren auf Leber und Darmwand zurück.4 Kurkuma zusammen mit Pfeffer: Was steckt dahinter? Piperin hemmt in Leber und Darmwand einen Abbauweg, über den der Körper Curcumin umbaut.4 In der Studie von 1998 erhielten die Freiwilligen die 2 Gramm Curcumin deshalb auch zusammen mit 20 mg Piperin. In der ersten Stunde lagen die Werte im Blut dann deutlich höher, die Bioverfügbarkeit stieg um 2000 Prozent.4 Die Studie untersuchte nur eine einmalige Einnahme, wird aber bis heute in Übersichtsarbeiten zitiert.1 Weil Piperin Abbauwege in Leber und Darm beeinflusst, gilt: Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Liposomal und andere Formen: Welche Wege gibt es? Piperin ist nur ein Weg, die Aufnahme von Curcumin zu verbessern. Eine Übersichtsarbeit nennt weitere: liposomales Curcumin, Curcumin-Nanopartikel und Komplexe aus Curcumin und Phospholipiden.3 Wie viel die Zubereitung ausmacht, zeigt eine Crossover-Studie mit gesunden Freiwilligen: Je nach Rezeptur gelangten unterschiedlich viele Curcuminoide ins Blut, zum Teil ein Vielfaches der Menge aus einem Standardextrakt.2 Zu einer liposomalen Form gibt es eine neuere Studie. 18 gesunde Männer erhielten einmalig entweder Curcumin in Liposomen mit zusätzlicher Schutzhülle oder freies Curcumin. Auf die gleiche Menge umgerechnet war die Fläche unter der Kurve mit der liposomalen Form 23-mal so groß, der Spitzenwert im Blut 53-mal so hoch.5 Die Gruppen waren mit je neun Männern klein, untersucht wurde nur eine einzelne Einnahme auf nüchternen Magen.5 2000 %höhere Bioverfügbarkeit von Curcumin mit 20 mg Piperin in einer Studie von 1998.4 23-malso große Fläche unter der Kurve mit einer liposomalen Form, auf die gleiche Menge umgerechnet.5 Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen. Was hinter Liposomen steckt, erklärt der Beitrag Was sind Liposomen? Kurkuma einnehmen: Wann und wie viel? Für Kurkuma und Curcumin gibt es in der EU keine zugelassene Gesundheitsaussage. In den Studien wurden sehr unterschiedliche Mengen verwendet, von 400 mg Curcumin in liposomaler Form bis zu 2 Gramm freiem Curcumin.4,5 Halten Sie sich an die Angaben auf der Packung. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Ob morgens oder abends, nüchtern oder zum Essen: Praktische Hinweise finden Sie in Morgens oder abends? Einnahmezeiten von Ashwagandha bis Kurkuma. Unseren liposomalen Kurkuma-Extrakt gibt es auch als Kapseln. Häufige Fragen Muss ich Kurkuma mit Pfeffer einnehmen?Nein. Piperin ist ein Weg, die Aufnahme von Curcumin zu verbessern. Liposomale Formen und Komplexe mit Phospholipiden sind andere Wege.3 Welche Form Sie wählen, ist auch eine Frage der Vorliebe. Was ist liposomales Curcumin?Liposomales Curcumin ist in Liposomen eingeschlossen, winzigen Bläschen aus Phospholipiden. In einer kleinen Studie mit 18 Männern gelangte damit deutlich mehr Curcumin ins Blut als mit freiem Curcumin.5 Wie sich liposomale und mizellare Formen unterscheiden, lesen Sie in Mizellar oder liposomal: Zwei Formen im Vergleich. Wie viel Kurkuma sollte ich einnehmen?Das hängt vom Präparat ab, denn Extrakte und Formen unterscheiden sich stark. Entscheidend ist nicht nur die Menge auf dem Etikett, sondern auch, wie viel davon ins Blut gelangt.2 Warum das so ist, erklärt Bioverfügbarkeit: Warum die Dosis allein nicht reicht. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Ist Kurkuma als Gewürz dasselbe wie ein Extrakt?Nein. Das Gewürz wird aus dem Wurzelstock gewonnen und gehört in die Küche. Studien zur Aufnahme arbeiten dagegen mit Extrakten, die Curcuminoide in konzentrierter Form enthalten.1,2 Quellen Hewlings SJ, Kalman DS (2017). Curcumin: A Review of Its Effects on Human Health. Foods 6(10):92. DOI Jäger R, Lowery RP, Calvanese AV, Joy JM, Purpura M, Wilson JM (2014). Comparative absorption of curcumin formulations. Nutrition Journal 13:11. DOI Anand P, Kunnumakkara AB, Newman RA, Aggarwal BB (2007). Bioavailability of curcumin: problems and promises. Molecular Pharmaceutics 4(6):807-818. DOI Shoba G, Joy D, Joseph T, Majeed M, Rajendran R, Srinivas PS (1998). Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. Planta Medica 64(4):353-356. DOI Kim DS, Kim HK, Ha KC, et al. (2026). Enhanced bioavailability of a novel double-layered nano-liposomal curcumin (BNT-C060): a randomized, double-blind, clinical trial. Scientific Reports 16(1):24863. DOI